Mittwoch, 18. März 2015

Meine Reise mit Adrienne: Takachiho

Einst wusch sich der Gott Izanagi, der mit seiner Frau Izanami die japanischen Inseln erschuff, in einem Fluss in Kyushu von den Befleckungen des Totenreiches rein. In diesem Moment ensprang aus seinem linken Auge ein strahlendes Licht und eine junge Göttin erschien. Dies ist die Geburt der Amaterasu, die personifizierte Sonne und wichtigste Gottheit des Shintoismus. Es ranken sich fiele Sagen um ihre Gestalt, doch die bekannteste spielte sich in Takachiho ab, dem Ort unseres momentanen Aufenthalts. Zusammen mit Leene, Triin und Kaarel wanderten ich die Zeugnisse jener Geschichte ab, die ich euch jetzt gleich erzählen werde.

Zusammen mit Leene, Kaarel und Triin auf den Spuren längst vergangenen Zeiten :-)

Während der "Zeit der Götter" treibte der junge Gott Susano sein Unwesen auf den Inseln. Er zerstörte Felder und zog den Tieren die Haut von ihren Körpern. Seine Schwester, die Sonnengöttin Amaterasu, sah seine grausamen Taten und versteckte sich aus Scham und Wut in der Amanoiwato Höhle, deren Eingang sie mit zwei riesigen Felsbrocken verschloss. Ohne das Licht der Göttin wurde die Welt von der Dunkelheit verschlungen und das Böse kroch von überall hervor. Die zahlreichen Gottheiten des Himmels konnten dies nicht länger mitansehen und entschlossen sich Rat zu halten, um Amaterasu aus ihrem Versteck herauszulocken. Nach einem jämmerlichen ersten Versuch entschied man sich vor der Höhle ein Fest abzuhalten. Der Gesang der Göttin Amenouzume drang selbst durch die dicken Felswände und erweckte in Amaterasu, die Feierlichkeiten über alles liebte, eine rege Neugier. Nur einen Spalt schiebte sie den Felsen beiseite um hinausspähen zu können. Auf diesen Moment wartent, riss der Stärkste unter den Gottheiten des Himmels, Tajikarao, den ersten Felsen an sich und schleuderte ihn über alle Berge. So kam die Sonne nach Monaten wieder zum Vorschein und die Welt erlangte ihren Frieden zurück.

Unsere Tour begann am Amano Iwato Schrein der in der Nähe der sagenumwobenen Höhle lag und der Sonnengöttin gewidmet war. Trotz seiner Bedeutung im Shintoismus ist er im Vergleich zu anderen Schreinen relativ klein. Mit einer Führung kommt man jedoch auch ins Innere der Anlage und wird in Geschichten und Mythien des Ortes eingeweiht. Leider ist das ganze nur auf japanisch erhältlich, also nicht für Ausländer geeignet.

Der Amanoiwate Schrein

Was wächst denn da aus dem Kopf dieser Laterne?!

Wenn ich mit einer neuen Manie in die Schweiz zurückkehre, dann ist es bestimmt die Eulenmanie...

20 Minuten vom Schrein entfert befindet sich das Versteck der Amaterasu. Um die Höhle herum wurden überall kleine Steine von Japanern hingelegt. Leider ist mir die Bedeutung dafür bis heute noch nicht bewusst, es sah jedoch beeindruckend aus. Die kurze Wanderung gab uns desweiteren einen Eindruck in die farbenprächtige Landschaft von Takachiho. Am Abend machten wir uns auf zum Takachiho Schrein, wo man jeden Tag die Yokagura Tänze bewundern konnte. Hier wurde die Geschichte der Amaterasu auf schauspielerische Art wiedergegeben.

Damit man die Höhle auch ja nicht verfehlt. Nur für Kanji lesende Personen geeigent...

Der geschwungene kleine Weg führte uns zum Ziel des Tages...

...der Amano Iwato Höhle. Im Innern der Höhle befindet sich ein kleiner Schrein. In diesem Bild leider nicht sichtbar, da dass Licht zu schwach ist.

Vor der Höhle ranken sich Steintürme in die Höhe, was für einen Sinn ergeben diese Wohl?

Die Flusslandschaft begeisterte mich, insbesondere das eisblaue klare Wasser.

Den gleichen Weg zurück, dann wird eine Pause eingelegt und auf den Abend gewartet.

Takachiho Schrein. Kurz vor der Aufführung werden wir vom Shintopriester begrüsst. Wir hatten übrigens sehr Glück mit unserem Hostel. Weil in Takachiho die Sehenswürdigkeiten weit verstreut lagen, wurden wir des Öfteren von der Besitzerin herumchauffiert. ありがとうございました。

Die schauspielerische Darbietung der Amaterasu Saga in wunderschönen Kostümen.

Dieser Tanz und Gesang lockte die Sonnengöttin aus ihrem Versteck

Der Stärkste aller Gottheiten, wie er den Felsen in die weite Ferne wirft.

Izanagi und Izanami, wie sie Sake brauen und trinken


Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes besuchen wir die Nummer 1 Sehenswürdigkeit des Städtchens, die Takachiho Schlucht. Vom gleichnamigen Schrein aus gibt es einen geheimen Weg über hunderte von Treppenschritten hinab in die Schlucht. Hier erlebt man die Natur pur. Leider ist es nichts für schwache Knie, denn nach den ersten dreihunder/vierhunder Schritten fangen diese an zu Schmerzen. Keine Sorge, es gibt auch einen anderen Weg der Strasse entlang, der einfacher und kürzer zu gehen ist. In der Schlucht angekommen, geht es dem Fluss entlang aufwärts. Bald sieht man auch die ersten Boote auf dem Wasser und lachende Japaner, denen die Paddel aus der Hand fliegen. Eine Fahrt mit dem Boot kostet für eine halbe Stunde 2000 Yen. Diesen Preis teilte ich mir mit Leene. Zusammen paddelten wir uns angestrengt über das Wasser zwischen den engen Felsspalten durch (Naja, hauptsächlich paddlete ich... und Leene schoss die Fotos). Die grössten Hinternisse waren aber nicht die steilen Wände, sondern die unberechenbaren Japaner... Es gab einige Male einen kleinen Crash ;-)

Nach der Schlucht streunderten wir noch ein bisschen im Städchen herum, betrachteten kleine Schreine und gingen im örtlichen Supermarkt einkaufen. Damit beendeten wir unseren Tag.

Wegzeichen für den geheimen Weg zur Schlucht
 
Zum Schluss hin wurden die Treppen immer wie steiler und gefährlicher.

Blick von unten auf die Brücken

Bald würden wir auch mit dem Boot durch die Schlucht paddeln.

Der Wasserfall, die Brücke und ein Lichtspiel... Was will man mehr?

Ich hatte es auch nicht leicht mit den Paddeln in der Hand. Es ist schwerer, als es aussieht.

Auch von unten war die Schlucht ein echter Hinkucker.

Vielen Dank fürs Durchlesen. Dieses Mal gab es einen ziemlich langen Eintrag, aber ich hoffe er hat euch gefallen. Ich weiss, ich bin ein bisschen in Verzug mit meinen Updates, dies werde ich in nächster Zeit ändern.

Liebe Grüsse an alle treue Leser (und auch an die gelegentlichen Leser)

Danke für die Kommentare



Sonntag, 15. März 2015

Meine Reise mit Adrienne: Kumamoto

In Kumamoto setzten wir zum ersten Mal einen Fuss auf die süd-westlichste der vier Hauptinseln Japans. Kyuhsu besteht aus 9 Provinzen, die auch ausschlaggebend für den Namen der Insel sind. Dank seiner Lage hatte die Insel seit dem Altertum gute Handelsverbindungen zu China und Korea. Man nimmt an, dass die ersten Menschen der heutgigen japanischen Bevölkerung über Kyushu von Korea übersetzten. Hinweise darauf geben die Ahnenlinie des Kaisers, welche man bis auf die Insel zurückverfolgt, und der mythologische Ursprung des Landes. Dieser wird im Eintrag Takachiho nochmals aufgenommen und erläutert :-)

Bevor wir uns überhaupt erst auf den Weg zum Hostel in Kumamoto machten, entledigten wir uns den überschüssigen Kleidern. Die Stadt war gefühlte 5 Grad wärmer als Hiroshima. Klar, schliesslich liegt Kyushu auf dem gleichen Breitengrad wie Marokko und somit in der warm-gemässigten und der subtrobischen Klimazone. Gut gelaunt, dank dem schönen und warmen Wetter, schleppten wir die Koffer 20 Minuten (Tram und zu Fuss) und wurden im Dyeing and Hostel Nakashimaya freundlich von der Englisch sprechenden Besitzerin begrüsst. Nach dem Rundgang im Haus pausierten wir für den Rest des Tages und genossen die Atmosphäre vom Aufenthaltsraum und dem Dach, von dem aus das Kumamoto Castle sichtbar war.

Gemütlicher Aufenthaltsraum im Hostel

Adrienne's Lieblingsstück: Der Massage-Sessel

Im ganzen Haus waren kleine Dekorationen zu finden

In Kumamoto besichtigten wir zwei Dinge, das Castle und ein Samurai Haus. Beide waren eher wie Museen ausgerichtet, die Geschichte und Lebensart der Menschen wiedergaben. Für mich als Historikerin natürlich sehr interessant, obwohl ich gestehen muss, dass Adrienne die Ausstellungen weitaus intensiver betrachtete als ich (Ja ja ja, ich sollte mich schämen). Nachdem wir uns genug altertümlich beschäftigt hatten, gingen wir in die Shoppingstreet. Schliesslich wollten wir für den Abend in einem Restaurant etwas Essen und Trinken gehen. Fündig wurden wir bei einem Irish Pub, wo uns geniale Whiskey Pommes von einem netten Personal serviert wurde. Den Abend verbrachten wir also mit Guiness und Fussball.

Charakteristische Mauern einer japanischen Burg

Das Kumamoto Castle

Das Herz, auf dem die Burg erbaut wurde.

Alter Burg- und Stadtplan

Im Innern des Samurai-Hauses

Von hier aus konnte man gut den Garten bewundern, leider gab es nur noch nicht viel zu sehen.

Das anliegende Teehaus. Ein Ort um offizielle Gäste zu empfangen.

Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem Bus nach Takachiho. Ab hier verbrachte ich die nächsten zwei Tage mit Lene und ihren Mitreisenden, da es Adrienne leider krank wurde und die Zeit im Bett verbringen musste.

Grüsse aus dem Süd-Westen

Danke für die Kommentare

Freitag, 13. März 2015

Meine Reise mit Adrienne: Hiroshima

Nach einer langen Busfahrt kam ich um 19.00 Uhr endlich in Hiroshima an. Zur Erholung ging es in den Starbucks, wo Adrienne bereits gemütlich ihren Latte Macchiato schlürfte und auf mich wartete. Nachdem wir unser Abendessen beim Bäcker gekauft hatten, machten wir uns auf den 20-minütigen Weg zum Hostel. Dort wurde uns zuerst das falsche Zimmer zugeteilt, was bedeutete, Gepäck zügeln und nochmal das Bett anziehen. Dafür wurde uns aber ein gratis Bier versprochen. Zu dumm, dass wir keine Lust hatten, es einzulösen.

Früh ins Bett und wieder früh hinaus. Denn für den Freitag hatten wir ein reges Programm geplant. Zuerst ging es in den Atombombenpark und später nach Miyajima. Da ich schon einmal hier war, hielt sich mein Fotografenherz zurück. Trotzdem gab es wieder ein paar Fotos von der Insel.

Nach dem Atombombenmuseum ging es nach auf die Insel Miyajima. Und nach tagelangem schlechten Wetter begleitete uns heute auch einmal die Sonne. Hier sitzten wir beide vor dem Tori, dass im Moment noch im Wasser steht :-)

Wie in Nara gibt es in Miyajima viele neugiere Rehe. Adrienne regiert ruhig und mit einem Lächeln im Gesicht, als das Tier sehr forsch unsere Taschen nach Essbaren untersucht. Im Gegensatz dazu die Japanerinnen, die kreischend herumrennen und die Tiere von hinten packen. Zum Glück hat es nicht ausgeschlagen...

Normalerweise steht dieser Schein unter Wasser, doch wo ist es?

Dieses Mal hatten wir Pech mit Ebbe und Flut, aber wenigstens konnte so Adrienne später zum Tori hinauslaufen.

Willkommen zurück im Daishoin Tempel, wo tausend kleine Mönche mit Käppchen stehen.

Und jeder hat sein ganz eigenes Gesicht :-)
 
Hier noch eines der Kindermönche, die dir überall frech zugrinsen :-)

Liebe Grüsse

Danke für die Kommentare

Donnerstag, 12. März 2015

Meine Reise mit Adrienne: Tokyo

Am 6. März landete meine gute Freundin und ehemalige Mitbewohnerin, Adrienne, auf dem Kansai International Airport unweit von Osaka. Für drei Wochen würden wir nun Japan zusammen erkunden. Unsere erste Etappe begann in Tokyo, wo wir die ersten fünf Tage verbrachten. Währenddem ich mit einem sehr unbequemen Bus meine Reise nach Tokyo begann, hatte Adrienne das Glück gemütlich mit dem teuren Shinkansen zu fahren. Warum? Sie besass den JR Railway Pass, mit dem man ziemlich ungehindert durch ganz Japan kam. Wiedervereint am Tokyo Bahnhof machten wir uns in Reichtung unseres Hostel Anne Asakusabashi auf.

Gepäck abgeladen, Better gemacht und schon ging es weiter zur Elektro City, Akihabara. Dort kauften wir für Adrienne eine Kamera und einen Adapter, da ihr Worldadapter leider in Japan nicht funktionierte. Trotz meinem gebrochenem Japanisch verlief der Einkauf ohne grosse Probleme, obwohl ich ab und zu wirklich Panik geschoben habe. Technische Wörter in Japanisch? Pffft... Gestik dazudenken.

Am 8. März, unserem zweiten Tag in Tokyo, ging es es nach Harajuku und Shinjuku. Zumal ich beide Orte schon bei meinen letzten Aufenthalten besucht hatte, konnte ich auch dieses Mal neue Dinge entdecken. Zum Beispiel das Oda Memorial Museum of Arts, wo man traditonell japanische Holzdruckkunst bewundern konnte. Zu meinem Glück handelte es sich bei der aktuellen Ausstellung sogar um meinen Lieblingskünstler. Neben dem Museum erkundeten wir viele Geschäfte und stiessen auf ein kleines Café mit gutem Essen. Dort offentbarte sich mir meine aufkeimende Liebe für Zwiebelsuppe. Am nächsten Tag besuchten wir Shibuya und Asakusa. In Asakusa befand sich die Sensoji-Anlage, somit kam Adrienne auch zum ersten Mal in den Genuss der japanischen Tempelwelt. Wie am Vortag war das Wetter leider miserabel und wir liefen die ganze Zeit mit unseren Regenschirmen herum.

Das Café, dass meine Augen öffnete :-)

Mein neues Lieblingsessen, Zwiebelsuppe :-)

Foto Adrienne: Nach dem Essen ging es zuerst ins Museum und dann in DIE Harajuku Strasse.

Foto Adrienne: Natürlich gab es wie immer Crêpe zum Dessert. Danach ging es weiter in den Yoyogi-Park und nach Shinjuku.

Foto Adrienne: Shinjuku - Kabukicho

Der Disneyshop in Shibuya :-) Für jedes kleines und grosses Mädchen ein Muss!!

Die Auswahl war gross.

Cinderella !!

Und schon sind wir in Asakusa. Der Tempel und die Pagode waren bemerkenswert.

Was hatten diese Leute nur mit dem Rauch?

Das ist mal ein neues Design...

Ups! Ich habe vergessen meine Kapuze herauszuschneiden :-/

Der 10. März war ein typischer Apriltag. Von Sonne, Regen und strümischer Wind, wir hatten von allem ein bisschen. Trotzdem fuhren wir nach Odaiba heraus, den Inseln in der Tokyoer Bucht mit wunderschöner Aussicht auf die Skyline. Und dank den Indoorattraktionen wie das Madame Tussauds oder der venedischen Shoppingmall entkamen wir obendrein noch dem schlechten Wetter. Ich glaube, man sieht anhand der Fotos, wieviel Spass wir hatten :-)

Für mich war es das erste Mal im Madame Tussauds. Besonders die Spiele gefielen mir und die lustigen Fotos, die man machen konnte :)

Foto Adrienne: Wie zum Beispiel hier, meine "Plötzlich Prinzessin"-Pose,

Foto Adrienne: Er sah einfach zu Real aus. Wäre es Thriller gewesen, hätte ich sogar geglaubt er wäre von den Toten auferstanden.

Foto Adrienne: Tja, ich brauche keinen tötlichen Handschlag nur mein Gewicht...

Foto Adrienne: Ich wollte schon immer mal über den Bäumen Radfahren.

Die Toyota Auto Halle

Und eines der neuen Luxusprodukte

Ein bundes Riesenrat. Da geht es jetzt rauf :-)

Adrienne geniesst die Aussicht.

Man konnte von weitem sogar das Sonnenlicht sehen.

Und die im Nebel versinkende Skyline.

Ups, was ist denn diesem armen Kerlchen passiert?

Die venedische Shoppingmall.

Tja, mein Geheimtipp: Odaiba!!

Der 11. März bedeutete für mich Abschied nehmen von der Stadt. Ich würde schliesslich während dieses Aufenthalts in Japan nicht mehr dorthin zurückkehren. Wir verbrachten den Tag indem wir unerledigte Aufgaben widmeten. Adrienne musste nochmals in einen Schmuckladen und ich kaufte mir ein wunderschönes Geschirrset. Die Frage ist nun nur, wie ich es zurück in die Schweiz bekommen :-/ Danach ging es für mich nach Ikebukuro, wo mein Nachtbus auf mich wartete. Adrienne würde am nächsten Tag wieder mit dem Shinkansen nach Hiroshima folgen.